Endometriose - Schmerzen beim Sex.
Schmerzen beim Sex sind für viele Menschen mit Endometriose eine belastende Realität. Was als intime, lustvolle Verbindung gedacht ist, wird plötzlich zu einer Quelle von Angst und Frustration. Wenn du dir einfach nur schmerzfreien Sex wünschst und weißt, dass bestimmte Faktoren deiner Erkrankung dies erschweren, bist du nicht allein. Die gute Nachricht ist: Es gibt hilfreiche Methoden aus der Sexualtherapie und weiteren Fachbereichen, die dich wirklich unterstützen.
Schmerzen beim Sex
Eines der häufigsten Symptome bei Endometriose-Betroffenen und dennoch viel zu schlecht aufgeklärt.
Die 6 wichtigsten Schritte aus dem negativen Schmerz-Kreislauf raus.
Endometriose ist zwar ein häufiger Grund für Schmerzen beim Sex, aber nicht der einzige. Verschiedene Faktoren können zu sexuellen Schmerzen beitragen oder die Schmerzen völlig unabhängig von der Endometriose auslösen. Eine genaue ärztliche Untersuchung hilft dabei, die spezifischen Ursachen deiner Schmerzen zu identifizieren. Nur wenn du weißt, womit du es zu tun hast, kannst du gezielt damit arbeiten. Hierfür habe ich ein kostenloses Angebot, dass ich dir unten im Blogbeitrag verlinke.
1. Umfassende sexuelle Aufklärung.
Kennst du wirklich die vielen verschiedenen Möglichkeiten, Sex zu haben? Weißt du, was genau in unserem Körper vor, während und nach dem Sex passiert? Und wie steht es um dein Wissen über deine sexuelle Anatomie? In der Sexualberatung schauen spreche ich mit dir auch über eine umfassende Aufklärung, damit du ausgestattet mit viel Wissen eine sichere neue und schmerzfreie Sexualität gestalten kannst. Viele Menschen haben überraschend wenig fundiertes Wissen über Sexualität - wir leben zwar in einer sexualisierten aber sexuell unaufgeklärten Gesellschaft. Eine umfassende Aufklärung kann neue Perspektiven eröffnen und auch deine Ängste abbauen.
2. Schmerzfreie Intimität kultivieren.
Ein entscheidender Schritt ist es, in deiner Beziehung bewusst intime Nähe zu pflegen, bei der du ganz sicher keine Schmerzen haben wirst.
Wenn du beispielsweise weißt, dass penetrativer Sex schmerzhaft ist, vereinbart ganz klar, dass ihr zunächst darauf verzichtet. Verabredet euch stattdessen für intimste Momente, bei denen du nur so berührt wirst, wie es dir guttut. Deine Vulvalippen und Klitoris können zum Beispiel bis zum Orgasmus verwöhnt werden, ohne dass du Schmerzen spürst. Oder es gibt viele andere Möglichkeiten, Lust miteinander zu leben, ohne direkt Angst vor möglichen Schmerzen zu haben. Ein Verzicht bedeutet nicht gar keinen Sex mehr. Ganz im Gegenteil, es ist eine Absicherung, damit du Angstfrei und Schritt für Schritt eine schmerzfreie Sexualität gestalten kannst. In der Sexualberatung kläre ich auf und erarbeite Methoden, damit du dann irgendwann vollumfänglich schmerzfreien Sex genießen kannst.
3. Offene Kommunikation über Ängste.
Kommunikation ist ein unglaublich wichtiger Schlüssel, um mit Schmerzen beim Sex umzugehen und etwas zu verändern. Sprich offen mit deiner Beziehungsperson über:
• Deine Ängste vor dem Schmerz
• Was dir Sorgen macht
• Wie sich die Schmerzen auf dich auswirken
• Was du dir wünschst und brauchst
Oft tragen Beziehungspersonen unwissentlich zu Druck bei, weil sie nicht verstehen, was in dir vorgeht. Ehrliche Gespräche schaffen Verständnis und Nähe.
4. Konkret über Schmerzarten sprechen.
Sprich spezifisch über die Art der Schmerzen, die du erlebst:
• Wo genau treten die Schmerzen auf?
• Wie fühlen sie sich an (brennend, stechend, drückend)?
• Wann treten sie auf (vor, während oder nach dem Sex)?
• Was verstärkt oder lindert sie?
Je präziser du deine Erfahrungen beschreiben kannst, desto besser können Fachkräfte und deine Beziehungsperson dich verstehen und unterstützen. In meiner Praxis helfe ich Betroffenen dabei, genau dafür eine Sprache zu finden. Denn es macht einen riesigen Unterschied, ob du sagst „Es tut da unten beim Sex weh“ oder „Bei der Penetration ist es tief in der Vagina schmerzhaft, wenn die Bewegungen schneller werden und das Herausziehen vom Penis fühlt sich an, als würde alles Innere mit herauskommen, wie ein starker Druck nach unten.“ - Durch das Ausformulieren hast du nicht direkt die Lösung parat. Aber du verstehst, was genau problematisch ist und dadurch kann dir besser geholfen werden.
5. Professionelle Unterstützung suchen.
Stell dir vor, du brichst dir ganz offensichtlich das Bein und kannst nicht mehr gehen – würdest du dann eine Versorgung ablehnen? Ziemlich sicher nicht. Das gleiche Prinzip gilt für Schmerzen beim Sex. Sexualität ist ein eigenes, spezialisiertes Fachgebiet. Ein fünfminütiges Gespräch im Rahmen einer normalen Sprechstunde ersetzt nicht eine fundierte Therapie, Beratung oder zum Beispiel ausführliche Untersuchung deines Beckenbodens. Gynäkologische Untersuchungen sind wichtig, wenn es um Schmerzen beim Sex geht. Danach ist es ratsam dich in einer Sexualberatung umfangreich begleiten zu lassen - denn der Fachbereich der Sexualtherapie und Sexualberatung bietet sehr viele Möglichkeiten durch Aufklärung, Wissen und spezielle Methoden deine Sexualität konkret schmerzfrei zu gestalten.
6. Mach den ersten Schritt.
Gar nicht so leicht anzufangen, das ist okay. Ich verschicke einmal im Monat einen Newsletter mit hilfreichen Infos. Und ich habe dir einen Kompass zusammengestellt, dieses unterstützt dich darin, deinen ersten Schritt zu gehen. Du findest heraus, welche Form von Schmerz du hast und welche ersten Möglichkeiten. Allein das Wissen zu haben und es sacken zu lassen ist schon dein erster Schritt. Dafür musst du nicht direkt raus, mit anderen reden oder Energie einsetzen, die du aktuell vielleicht gar nicht hast. Den Kompass bekommst du als Dankeschön für die Newsletteranmeldung. Und wenn du keine Lust auf meinen Newsletter hast, kannst du dich nach dem Download vom Kompass auch jederzeit wieder abmelden. Hier geht es zum Newsletter.
Fazit - Gib dir und deinem Körper Zeit.
Der Weg aus der negativen Spirale schmerzhafter Sexualität ist ein Prozess, der Zeit und Geduld erfordert. Aber er ist möglich. Schmerzen beim Sex sind bei Endometriose zwar häufig, aber kein unvermeidliches Schicksal. Mit der richtigen Herangehensweise, professioneller Unterstützung und Geduld mit dir selbst kannst du aus der negativen Spirale aussteigen.
Denke daran: Du verdienst eine erfüllte, schmerzfreie Sexualität. Der erste Schritt ist oft der schwerste, aber jeder weitere Schritt bringt dich näher zu diesem Ziel. Hab Mut, dir die Hilfe zu holen, die du brauchst - deine Sexualität, deine Beziehung zu deinem Körper und du selbst sind es mehr als wert.